Kosten im Schweizer Eishockey

Diese Woche wurde in diversen Medien (NZZ, Blick und anderen) berichtet, dass die Bosse der NLA Klubs über Kostenbeschränkungen diskutieren. Dabei waren folgende Punkte auf der Tagesordnung und sollen per Saison 2017/2018 eingeführt werden:

  • Kein Absteiger: Die Liga soll für 5 Jahre geschlossen werden, um den Teams mit eher kleinem Budget und einer Abstiegsbedrohung eine Planungssicherheit zu geben und diese nicht zu kostspieligen Notmassnahmen zu zwingen.
  • Salary Cap: In Anlehnung an den US-Amerikanischen Sport soll ein Salary Cap (zu Deutsch: Lohnobergrenze, Maximallohn) eingeführt werden um die Kostenexplosion (seit 2000 eine Verdoppelung der Löhne) zu vermeiden.
  • mehr Ausländer: Um die Vormachtsstellung der Schweizer Spieler in der Liga einzuschränken, sollen mehr Ausländerlizenzen (aktuell 4 pro Team) vergeben werden, was die Löhne auch wieder senken sollen.
  • Mäzenenbeiträge: Mäzene sollen noch maximal fünf Millionen Franken zulässig sein. Überschreitet ein Team diesen Betrag würden Strafzahlungen an die Konkurrenten fällig.

Persönliche Meinung: Die Diskussion um eine Kosteneinschränkung in der NLA wurde schon öfters geführt und dann nicht umgesetzt. In der DEL wurde Ende der 1990er Jahre ein höheres Kontingent an Ausländerlizenzen eingeführt, was zu einer qualitativen Einbusse des deutschen Eishockeys geführt hat und dann die Deutsche Nationalmannschaft zweimal aus der A-Gruppe abgestiegen ist. Persönlich bin ich der Meinung, die Euphorie der Silbermedaille von Schweden noch in Erinnerung, mehr Lizenzen für Ausländer zwar den Sport attraktiver machen können, aber ein Leistungseinbruch der Schweizer Spieler nicht stattfinden darf.

Lohnobergrenzen sind in der Schweiz immer schwierig durchzusetzen, da das Arbeitsrecht eher Arbeitnehmerfreundlich ist. Solche Massnahmen dürften am Wiederstand der Spieler scheitern.

Welche Auswirkungen die Beschränkung an Mäzenenbeiträgen bei Teams wie dem SCB, dem ZSC oder dem HC Lugano haben ist schwierig zu sagen. Es kann für die kleineren Teams eine Chance sein.

Die Schliessung der NLA ist für mich ein kontraproduktiver Ansatz, da die NLB geöffnet werden soll und für 1. Liga Teams attraktiv gemacht werden und im gleichen Atemzug schliesst man die höchste Liga, was sich wieder auf die NLB negativ auswirken kann.

Alles in allem ist es eine Diskussion, die schon öfters und immer wieder aufkommt, bisher aber nicht umgesetzt werden konnten. Es bleibt die ordentliche GV des Verbandes im Juni 2016 abzuwarten.

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